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Artikel aus der Freien Presse vom 26. März 2004
Lichtenstein: Der Weg führt über die Gleise Am Bahnhof fehlt ein sicherer Übergang Umwege stehen bei Fußgängern nicht gerade hoch im Kurs. Und so hat es sich am Lichtensteiner Bahnhof längst eingebürgert, die Schienentrasse auf dem Weg zur Bushaltestelle oder zum Zug querbeet zu überqueren. „Freie Presse”-Leserin Inge Roschobutko forderte deshalb unlängst den Bau eines sicheren Überwegs, vor allem weil auch Schüler regelmäßig über die Gleise laufen. Bei der City-Bahn Chemnitz GmbH, die mit ihren modernen Triebwagen die Strecke im Stundentakt befährt, stößt Inge Roschobutko allerdings überwiegend auf taube Ohren. „Bezüglich der Problematik des Fußwegneubaus wurde bereits Kontakt mit dem Bürgermeister der Stadt Lichtenstein aufgenommen”, lässt die City-Bahn über ihre Sekretärin Alexandra Stein ausrichten. Eine vollständige Klärung sei bisher aber noch nicht erreicht worden. Die Frage, ob Triebwagenführer in dem Bereich schon Gefahrensituation durch Fußgänger auf den Gleisen gemeldet haben, blieb trotz mehrfachen Nachhakens unbeantwortet. Zu baulichen Möglichkeiten für einen sicheren Fußgängerüberweg, ob mit oder ohne Schranke wollte sich die City-Bahn ebenfalls nicht äußern. Der Chef-Stadtplaner im Lichtensteiner Rathaus, Mario Hößler, geht mit dem Problem offensiver um. „Wir wissen, dass dort ein Fußweg fehlt, sind mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) und der City-Bahn im Gespräch”, sagte Hößler. Langfristig wäre eine Fußgängerbrücke vom ehemaligen Güterbahnhof zum Bahnhofspark in der Konzeption zur perspektivischen Stadtentwicklung denkbar. Für Bewohner des so genannten Altneubaugebietes würden damit prinzipiell die Wege zum Zentrum verkürzt. Wobei Verkehrsplaner bei Fußgängerbrücken generell auch vor neuen Barrieren warnen. Bei einer Brücke stünde das gesamte Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs zur Diskussion, welches teilweise vermietet ist und zum Teil auch ungenutzt leer steht. Noch gehören Grundstücke und Gebäude der Deutschen Bahn-Tochter DB Immobilien, die sich allerdings nicht zum Nulltarif davon trennen wolle. „Es muss für Fußgänger aber eine kurzfristige Lösung her”, fordert der Stadtplaner. Denkbar wäre ein niveaugleicher, ebenerdiger Übergang in unmittelbarer Bahnsteignähe, wo die Züge sowieso halten beziehungsweise nur sehr langsam fahren. Für eine eventuelle finanzielle Beteiligung bei der Errichtung des Überwegs sei die Stadt gesprächsbereit, allerdings müssten dazu erst einmal Pläne auf den Tisch. Beim VMS existiert inzwischen ein Zugangsstellenkonzeption für alle Bahnstationen im Verbundgebiet, bestätigt Silvio Martin, zuständig für den Schienenpersonennahverkehr. Diese sei jedoch keine Planungsgrundlage, sondern könne allenfalls für Vorschläge zur Verbesserung der Zugänge genutzt werden. Im konkreten Fall müssten sich nach Martins Einschätzung die Stadtverwaltung und die Betreibergesellschaft für die Infrastruktur der Eisenbahnstrecken des „Chemnitzer Modells”, die Regio Infra Service Sachsen GmbH (RIS), einigen. Im Zusammenhang mit dem neuen Fußweg vom Krankenhaus zum Haltepunkt an der Hartensteiner Straße wartet die Stadt ebenfalls noch immer auf die City-Bahn. Bahnchef Andreas Rasemann hatte im Februar den Bau eines neuen Zugangs in diesem Abschnitt angekündigt. „Mehr wissen wir bisher auch nicht”, erklärte Mario Hößler. Von Lars Müller verwandte Links: |