|
Artikel aus der Freien Presse vom 18. April 2003
Lichtenstein: City-Bahn lässt mit sich reden Spätere Abendtour hängt von der Nachfrage ab Wenn sich Mitarbeiter der Spandauer Velours GmbH & Co KG im Lichtensteiner Gewerbegebiet Hartensteiner Straße nach ihrer Spätschicht auf den Heimweg machen, sehen viele von ihnen nur die roten Schlussleuchten der letzten City-Bahn in Richtung Stollberg. Einige Betroffene haben sich deshalb an Freie Presse gewandt und eine Verschiebung der Fahrzeiten des letzten Zuges angeregt. Die City-Bahn Chemnitz GmbH teilte auf Anfrage mit, dass grundsätzlich Bereitschaft zu Fahrplankorrekturen bestünde. Für Anregungen, Hinweise und Wünsche sei das Unternehmen prinzipiell offen, hieß es. Ob Fahrten verschoben werden, hänge jedoch von der tatsächlichen Nachfrage ab. Die City-Bahn selbst hat sich mit der Spandauer Velours, die sich auf Anfrage von Freie Presse zu keiner konkreten Stellungnahme im Stande sah, in Verbindung gesetzt. Dabei habe sich herausgestellt, dass es in dem Lichtensteiner Betrieb zwei Spätschichten mit unterschiedlichen Endzeiten gibt. Für manche Mitarbeiter ist 22 Uhr Schluss, für andere erst 22.30 Uhr. Der letzte Regioshuttle der City-Bahn fährt planmäßig 22.33 Uhr am Haltepunkt Lichtenstein, Gewerbegebiet ab. Derzeit ist die Zeit für Mitarbeiter mit Schluss um 22 Uhr eher zu lang und für diejenigen mit Arbeitsende um 22.30 Uhr zu kurz, beschreibt Mathias Korda von der City-Bahn das Dilemma. Für die Bahngesellschaft wäre es nun wichtig zu wissen, wie viele Mitarbeiter aus den beiden Schichten jeweils von einer Verschiebung der Fahrzeiten profitieren würden. Mit anonymen Nachfragen vermeintlich Betroffener und einer schweigsamen Geschäftsführung des Lichtensteiner Betriebes dürfte diese Frage allerdings schwer zu klären sein. Sicher scheint hingegen, dass keine zwei Züge passend für jedes Schichtende im Halbstundenabstand am späten Abend hinauf nach Stollberg fahren werden. Die City-Bahn Chemnitz GmbH hat Mitte Februar die von der Deutschen Bahn AG im Sommer 2001 aufgegebene Kursbuchstrecke 523 wieder in Betrieb genommen. Montags bis freitags wird die Verbindung tagsüber im Stundentakt bedient, an Feiertagen und Wochenenden mit zweistündiger Frequenz. In den Abendstunden kommt es wegen veränderter Nachfrage zu Abweichungen vom straffen Taktfahrplan. Das Unternehmen hat für die nicht elektrifizierte Trasse vier moderne Dieseltriebwagen, so genannte RegioShuttle, beschafft. Zwei davon pendeln planmäßig zwischen Glauchau und Stollberg, ein Fahrzeug fährt zwischen Chemnitz und Burgstädt auf der Kursbuchstrecke 525. Der vierte Triebzug des Herstellers Adtranz wird als Reserve vorgehalten. Da alle Anschlüsse auf den Knoten Stollberg ausgerichtet sind, fahren viele Züge im Abschnitt zwischen Lichtenstein und Glauchau nur mäßig besetzt. Weder in St. Egidien noch in Glauchau werden schnelle Übergangsmöglichkeiten auf Regionalzüge der Deutschen Bahn AG angeboten. Bei Fahrten über Stollberg in Richtung Chemnitz und zurück müssten Lichtensteiner eine Zone im Verkehrsverbund Mittelsachsen mehr bezahlen.
Von Lars Müller
verwandte Links: |