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Artikel aus der Freien Presse vom 13. Februar 2003
Stollberg/Glauchau: City-Bahn erweitert Schienennetz Am Samstag geht die 27 Kilometer lange Bahnstrecke Stollberg-Glauchau nach 20-monatiger Unterbrechung in Betrieb
Vor acht Monaten übernahm die City-Bahn Chemnitz GmbH per Pachtvertrag von der Deutschen Bahn AG den Schienenabschnitt Stollberg-St. Egidien. Seither flossen 13 Millionen Euro in den Ausbau des 19,6 Kilometer langen Stücks, die restlichen 7 Kilometer bis Glauchau gehören zur Sachsenmagistrale der Deutschen Bahn AG. Teil der Maßnahmen war die Erweiterung auf 15 statt bisher 9 Haltestellen. Auch am Sonntag können Interessenten noch kostenlos die Strecke in modernen klimatisierten Dieseltriebwagen vom Typ Regio-Shuttle RS 1 testen. Ab Montag fahren die Züge dann wochentags im Stundentakt, an den Wochenenden aller zwei Stunden. Obwohl jetzt sechs Haltestellen mehr angefahren werden, konnte die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke um 13 auf nunmehr 40 Minuten gesenkt werden, berichtete City-Bahn-Geschäftsführer Uwe Leonhardt. Hauptgrund ist die Antriebsleistung der Züge, die mit 514 Kilowatt trotz der Haltestellendichte hohe Fahrgeschwindigkeiten ermöglicht. In Spitzen erreichen die Bahnen, die jeweils 71 Fahrgästen Sitz- und weiteren 77 Reisenden Stehplätze bieten, Tempo 80. Die gleichen Züge sind seit Juli 2002 auch zwischen Chemnitz und Burgstädt im Schienen-Personennahverkehr unterwegs. Zwei Haltestellen wurden übrigens näher zu den Reisenden verlegt: in Neuoelsnitz um 400 und Mittel oelsnitz um 600 Meter. Dass sich die Inbetriebnahme um insgesamt zwei Monate verzögerte, hat laut Uwe Leonhardt mehrere Ursachen. Vorrang hatte die Pilotstrecke des Chemnitzer Modells Chemnitz-Stollberg, die am 15. Dezember in Betrieb ging und auf der die Chemnitzer Straßenbahn erstmals ins Umland fährt. Man sei bisher sehr zufrieden, wie gut die Strecke angenommen werde. Genaue Fahrgastzählungen laufen derzeit. Zudem bremste immer wieder starker Frost den Baufortgang auf dem parallel dazu sanierten zweiten Abschnitt des Chemnitzer Modells Stollberg-St. Egidien. Auch an der Sicherungstechnik wurde gefeilt. Die Strecke ist z. B. mit Weichen ausgestattet, die von den Zügen aus automatisch bedient werden, indem der Triebwagen die Weiche auffährt. Hat der Zug sie passiert, fällt sie von selbst in die ursprüngliche Stellung zurück und leitet Züge aus entgegengesetzter Richtung auf das Ausweichgleis. Auf dem Abschnitt Stollberg-St. Egidien erhält Stollberg einen zusätzlichen Haltepunkt an der Schlachthofstraße (gegenüber dem Bahnsteig des Chemnitzer Modells), Oelsnitz an der Bahnhofstraße, die Stadt Lichtenstein hat drei neue Haltepunkte, und auch Hohndorf ist jetzt durch eine Haltestelle angeschlossen. Laut Uwe Leonhardt gehen Verkehrsprognosen davon aus, dass auf der Nahverkehrsstrecke täglich 700 bis 800 Personen, vor allem Schüler und Berufspendler, befördert werden. Zur damit verbundenen Rentabilität der Strecke sagte der City-Bahn-Geschäftsführer: „Schienen-Personennahverkehr ist immer auch eine politische Entscheidung”. Die City-Bahn Chemnitz GmbH fährt damit nun auf den Kursbuchstrecken 522 Chemnitz-Stollberg, 523 Stollberg-Glauchau und 525 Chemnitz-Burgstädt. Noch dieses Jahr soll mit der Sanierung der Linie 516 Chemnitz-Hainichen begonnen werden. Sie wird zurzeit im Schienenersatzverkehr bedient. Service Auf der Nahverkehrsstrecke gilt der Verbundtarif des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS). Die einfache Fahrt von Stollberg bis Glauchau kostet 3,40 Euro. Informationen zum Fahrtenangebot gibt es im Fahrzeug, auf den Bahnsteigen und im Taschenfahrplan des VMS. Fahrscheine können in den Zügen an Fahrkartenautomaten erworben werden. Den Sonderfahrplan für Samstag gibt es auch im Internet unter: www.city-bahn.de.
(Gabi Thieme)
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