Artikel aus der Freien Presse vom 3. Februar 2003

St. Egidien/Chemnitz: Morgendliche Jungfernfahrt auf der Schiene

Chemnitzer City-Bahn beginnt mit Testfahrten auf dem neuen Streckenabschnitt Stollberg-Glauchau - Eröffnung für 15. Februar vorgesehen

Während die Monteure und Techniker der Baufirmen noch mit Restarbeiten an den Wegübergängen und Signaleinrichtungen beschäftigt sind, konnte die City-Bahn Chemnitz GmbH gestern um 7. 30 Uhr mit den Probe- und Einweisungsfahrten auf der Linie Stollberg - St.-Egidien - Glauchau beginnen.

Die ersten Touren mit dem RegioShuttle über die rekonstruierte Strecke waren auch für das Team um den Örtlichen Betriebsleiter, Uwe Metzler, ein besonderer Augenblick.

Schließlich zeigten sich die Einwohner von Niederwürschnitz, Neuoelsnitz, Oelsnitz, Rödlitz, Lichtenstein und Glauchau doch noch recht erstaunt, als den Sicherungsposten an den Bahnübergängen statt der bisher gewohnten Gleisbaumaschinen endlich ein Triebwagen folgte. Bei einer Antriebsleistung von 514 Kilowatt kann der RegioShuttle nicht nur hohe Fahrgeschwindigkeiten bei einem kurzen Abstand zwischen den Haltestellen erreichen. Die modernen Drehgestelle des Fahrzeuges lassen in Verbindung mit dem vollklimatisierten Fahrgastraum mit 71 Sitzplätzen und großen Fensterflächen die Bahnfahrt durch das Erzgebirgsvorland zu einem echten Reiseerlebnis werden, was „Freie Presse“ schon auf den ersten Probetouren erleben durfte.

Zunächst wartet in den nächsten Tagen aber noch ein umfangreiches Testprogramm auf die Triebfahrzeugführer Thomas Müller, Wolfram Brand, Sven Böttcher und ihre Kollegen, damit die Eröffnung des Citybahnbetriebes am 15. Februar reibungslos erfolgen kann. Dabei müssen die Funktion der neuen Rückfallweichen, Sicherungs- und Signalanlagen kontrolliert und die Betriebsabläufe trainiert werden. In diesem Rahmen wird auch die Fahrgeschwindigkeit der Triebwagen von derzeit noch 50 km/h auf bis zu 80 km/h angehoben.

Nicht zuletzt wacht Albert Wehlen, Sachverständiger und Gutachter für Leit- und Steuertechnik aus Geroldstein, mit strengem Blick über die Probe- und Einweisungsfahrten der City-Bahn GmbH. Er hatte am Sonntag noch einmal zu Fuß die rund 20 Kilometer lange Trasse von Stollberg bis St. Egidien kontrolliert, damit der erste Triebwagen rollen konnte. Er betont, dass die Mitarbeiter der City-Bahn Chemnitz GmbH, der Regio-Infra Service GmbH und der beteiligten Baufirmen eine fast unglaubliche Leistung vollbracht haben, die Strecke zwischen Stollberg und St. Egidien in so kurzer Zeit völlig zu erneuern.

Gleichzeitig weiß der Fachmann, dass die Anwohner inzwischen ungeduldig auf den Beginn des Citybahnbetriebes warten.

(Jörg Höbald)
3.2.2003

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