Artikel aus der Freien Presse vom 29. Januar 2003

Rödlitz: Schönheitskur lässt noch auf sich warten

Sandstrahlarbeiten am Rödlitzer Viadukt sollen nachgeholt werden - City-Bahn: Baufirmen werden derzeit anderweitig benötigt

Die geplante Schönheitskur für das Rödlitzer Bahnviadukt musste vorerst verschoben werden. Nachdem das Gerüst an dem Brückenbauwerk recht abrupt abgebaut wurde, ohne das erkennbare Arbeiten ausgeführt worden wären, brodelte in Rödlitz die Gerüchteküche: Offenbar ist der City-Bahn Chemnitz GmbH das Geld für die Sanierung der Brücke an der Strecke St. Egidien-Stollberg ausgegangen, vermuteten Einwohner.

Diese Version konnte die City-Bahn auf Anfrage jedoch nicht bestätigen. Die Finanzen hätten keine Schuld am plötzlichen Abzug der Bauarbeiter. Vielmehr wird die Zeit bis zum geplanten Betriebsbeginn Mitte Februar allmählich knapp. „Auf Grund des bevorstehenden Inbetriebnahmetermins mussten die vorhandenen Kräfte der Baufirmen an anderen Schwerpunkten konzentriert werden“, sagte City-Bahn-Chef Andreas Rasemann. Deshalb seien die Rüstarbeiten kurzfristig abgebrochen worden.

Ursprünglich war vorgesehen, neben der Sanierung der so genannten Fahrbahnwanne auf der Brücke auch eine Oberflächenbehandlung der Außenflächen vorzunehmen, hieß es. Diese Sandstrahl- und Verfugungsarbeiten sollen nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn die modernen RegioShuttle bereits über das Bauwerk rollen. Ein exakter Termin für die vorerst verschobene Schönheitskur des Viaduktes könne derzeit jedoch noch nicht gesagt werden.

Die imposante Brücke trägt den offiziellen Namen „Rödlitztalviadukt“ und stammt aus der Bauzeit der Strecke in den Jahren 1878/79. Es handelt sich um eine so genannte Steinbogenbrücke, deren Gewölbereihe eine Gesamtlänge von 150 Metern erreicht. Die höchste Höhe beträgt bis zu 12,50 Meter. Der Betriebsbeginn zwischen Glauchau und Stollberg war bisher zwei Mal verschoben worden. Mitte Februar sollen die Triebwagen der City-Bahn nun endlich anrollen. Dabei müssen Pendler und Reisende beim Übergang von und zu Zügen der Deutschen Bahn AG allerdings längere Umsteigezeiten in St. Egidien einplanen, während der Anschluss an die Vario-Stadtbahnen von und nach Chemnitz in Stollberg optimal eingerichtet wird.

(Lars Müller)
29.1.2003

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