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Artikel aus der Freien Presse vom 26. Dezember 2002
St. Egidien: City-Bahn-Kunden brauchen in St. Egidien Zeit
Der Fahrplan ab Februar bietet Anschluss nur mit langen Wartezeiten - Unternehmen verweist die Kunden der Bahn auf Umwege
Zwar rollt die City-Bahn mit sieben Wochen Verspätung erst ab Februar kommenden Jahres zwischen Glauchau und Stollberg. Doch schon jetzt sorgt der in der Online-Reiseauskunft der Deutschen Bahn AG veröffentlichte Fahrplan für Unmut bei potenziellen Kunden aus Lichtenstein und Umgebung. So werden die Anschlüsse von und nach Hohenstein-Ernstthal/Chemnitz in St. Egidien um wenige Minuten verpasst. Während der RegioShuttle der City-Bahn zur Minute 06 in St. Egidien ankommt, fährt der RegionalExpress der Deutschen Bahn AG nach Klingenberg-Colmnitz acht Minuten vorher ab. In der Gegenrichtung startet die City-Bahn nach Stollberg genau neun Minuten vor der Ankunft des Regionalzuges aus Richtung Chemnitz. Für die Fahrgäste bedeutet das Umsteigezeiten von 51 beziehungsweise 52 Minuten auf dem nicht gerade aufregenden Bahnhof von St. Egidien.
Für Fahrgäste bieten sich zwei Alternativen an, für die allerdings jeweils eine Verbundzone mehr bezahlt werden müsste: Die RegioShuttle aus Glauchau haben in Stollberg akzeptable Anschlüsse von und zu den Vario-City-Bahnen nach Chemnitz. Alle zwei Stunden können Fahrgäste zudem über St. Egidien hinaus bis Glauchau fahren, wo nach knapp 15 Minuten ein Anschluss an die InterRegioExpresse nach Freiberg besteht, die nicht in St. Egidien halten. In der Gegenrichtung beträgt die Wartezeit in Glauchau rund 20 Minuten.
Die City-Bahn Chemnitz GmbH war gegenüber Freie Presse zu keiner Stellungnahme bereit. Geschäftsführer Andreas Rasemann ließ über seine Sekretärin Alexandra Stein ausrichten, dass grundsätzlich zunächst keinerlei Medienanfragen mehr beantwortet würden. Allerdings liegt Freie Presse die E-Mail an einen Bahnkunden (Name der Redaktion bekannt) vor, der die Anschlüsse in St. Egidien bei dem Unternehmen bemängelte. Darin schreibt Christine Balg von der City-Bahn: Unser Fahrplanantrag wurde mit Kenntnisstand des alten Fahrplans an die Deutsche Bahn gestellt. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass die Fahrplanlagen mit wenigen Minuten Abweichung stabil bleiben und haben sowohl den Anschluss in Stollberg als auch in St. Egidien berücksichtigt. Es war uns nicht bekannt, dass die Deutsche Bahn ihre Fahrzeiten so grundlegend ändert.
Die Deutsche Bahn AG bestätigte auf Anfrage, dass ihre Fahrpläne bereits im September weitestgehend fertiggestellt waren. Abgesehen davon änderten sich wegen ständiger Bauarbeiten in den vergangenen Jahren die Fahrzeiten der Züge auf der Sachsen-Franken-Magistrale mit jedem neuen Fahrplan.
Die City-Bahn verweist weiterhin auf optimale Anschlüsse im Knoten Stollberg sowie auf Trassenengpässe zwischen St. Egidien und Glauchau. Dem Kunden wird die Reise mit den Bussen der Linie 251 von Lichtenstein nach Chemnitz empfohlen. Zwar ist diese Version nicht so teuer, wie eine Bahnfahrt über Glauchau oder Stollberg, allerdings hält inzwischen sogar der Kaiser-Bus an nahezu jeder Milchkanne und fährt nur bis Chemnitz-Schönau. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen, der eigentlich ebenfalls für die Koordination der Fahrpläne in seinem Gebiet zuständig sein sollte, wies jede Verantwortung von sich und erklärte dem verblüfften Fahrgast, dass ausschließlich die City-Bahn für die Fahrzeiten verantwortlich sei.
von Lars Müller
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