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Artikel aus der Freien Presse vom 15. Dezember 2002
Chemnitz: Jungfernfahrt der City-Bahn gelungen „Mauerdurchbruch” in Chemnitz - Fahrgäste stürmten die Abteile - Eine Fahrt kostet 2,30 Euro - Busanbindungen an die neue Linie
Für den 73-jährigen Chemnitzer Johannes Berger bleibt das eigene Auto nach wie vor das bevorzugte Verkehrsmittel. Selbst nach der einmalig kostenlosen Fahrt mit der Straßenbahn ab dem Chemnitzer Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle des Stollberger Bahnhofes am Sonnabend war der Mann nicht von seiner Meinung abzubringen. Aber über das zweifelsfrei in die Straßenbahn- und Eisenbahngeschichte eingehende sogenannte Chemnitzer Modell ist Johannes Berger dennoch durchaus angetan. „Die City-Bahn ist eine gute Sache”, sagte er und fügte einschränkend an: „Wenn es ausgeweitet wird und nicht wieder zehn Jahre dauert.” Der Run auf die am Sonnabendvormittag eröffnete Straßenbahnverbindung ab Chemnitzer Hauptbahnhof in den Landkreis Stollberg hinein und umgekehrt war jedenfalls überwältigend. Der offizielle Einweihungsakt ging einher mit einem medienträchtigen Mauerdurchbruch einer Vario-Bahn durch eine Styropurwand an der Altchemnitzer Straßenbahnwendeschleife. Der Trubel begann bereits vor 10 Uhr mit Glühwein, Dixieland-Klängen und vielfachen Blödeleien von „Klemp” alias Dietrich Klemp. Die Jungfernfahrt Richtung Stollberger Bahnhof wurde somit mehr als locker angetreten, zumal die Chemnitzer Dixiland-Kompany auch im Wagen für beste Unterhaltung sorgte. Gut gelaunt konnten so der Chemnitzer Oberbürgermeister Peter Seifert und der stellvertretende Bürgermeister von Stollberg, Klaus Peters, die mit viel Beifall begleitete Weihe zweier Variobahnen am Stollberger Bahnhof auf die Namen „Chemnitz” und „Stollberg” vollziehen. Allerdings, erst einmal hatten hunderte Menschen das Nachsehen, als die ersten Straßenbahnen auf die rund 23 Kilometer lange Strecke ab Chemnitz und Stollberg geschickt wurden. Das Gedränge um die Sitz- und Stehplätze hielt bis in die Abendstunden an. Eine der begehrten Sitzplätze hatte auch Monika Kunz erobert, die sich aber vor allem auch wie viele andere fragte, wie und wo man denn nun Fahrkarten lösen kann. Die regulären Abfahrtzeiten und Fahrpreise, erklärte einer der drei City-Bahn-Geschäftsführer, Uwe Leonhardt, lehnen sich an die Tarife des Verkehrsverbundes Mittelsachsen an. Vom Hauptbahnhof in Chemnitz bis zum Stollberger Bahnhof und umgedreht kostet die Fahrt zwei Euro 30 Cent. An Automaten in den Wagen und an den Haltestellen können die Fahrkarten gelöst werden. Mit einem Fahrschein können auch weiterfahrende Busse und Straßenbahnen genutzt werden, die zum Verkehrsverbund Mittelsachsen gehören. Informationen
Linie 37: Von Berbisdorf/Eibenberg bzw. August-Bebel-Platz über Einsiedel nach Altchemnitz wird der Zubringer zur Chemnitzer City und nach Stollberg gewährleistet. Im Schülerverkehr gibt es Direktfahrten zwischen Berbisdorf/Eibenberg und Schule Altchemnitz/Harthau. Abends und an den Wochentagen ergänzen Taxis das Angebot.
red
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