|
Artikel aus der Freien Presse vom 5. September 2002
Vorbereitung für den Regio-Shuttle
Eisenbahnbrücke an Postkreuzung ist ein von 15 zu sanierenden Viadukten zwischen St. Egidien und Stollberg
Von Lars Müller
Lichtenstein. Im Zuge der Sanierung der Bahntrasse St. Egidien - Stollberg wird zurzeit die Brücke über die Zwickauer Straße hergerichtet, über die ab Dezember die Regio-Shuttle der City-Bahn Chemnitz rollen sollen. Zur Sicherung der Bauarbeiten bleibt die Bundesstraße 173 unter der Brücke bis Oktober nur eingeengt befahrbar. Eine komplette Sperrung der Fahrbahn ist aber nicht geplant, sagte Andreas Rasemann, Geschäftsführer der City-Bahn GmbH. Allerdings werde für Arbeiten an den so genannten Randkappen der Brücke, auf denen das Geländer sitzt, noch ein Baugerüst aufgestellt.
Die Hauptarbeiten laufen jedoch auf der Brücke selbst. Dort sind Schienen, Schwellen sowie der gesamte Schotter entfernt worden. Die Brückenwanne wurde unter anderem mit Bitumenbahnen abgedichtet. Damit soll verhindert werden, dass Feuchtigkeit in die Bausubstanz der Brücke eindringen und im Laufe der Zeit das Mauerwerk durchfeuchten und zerstören kann, erklärte Rasemann. Regen- und Schmelzwasser wird künftig gezielt über die Randbereiche in die Kanalisation abgeleitet.
Insgesamt werden entlang der Trasse rund 15 Viadukte für insgesamt 1,7 Millionen Euro auf ähnliche Weise saniert. Parallel dazu ist mit dem Bau der neuen Haltepunkte - außer an der Schlachthofstraße in Stollberg - bereits begonnen worden. Die Deutsche Bahn-Tochter DB Netz hatte vorübergehend eine Genehmigung der Bauweise der neuen Stationen verweigert, inzwischen aber doch zugestimmt.
Nach einigem Hickhack scheint inzwischen auch klar, dass die landesweiten Hochwasserschäden nach der Jahrhundertflut keine Auswirkungen auf den für Mitte Dezember geplanten Betriebsbeginn haben werden: Wie der Chef der City-Bahn sagte, hat das Regierungspräsidium die planmäßige Finanzierung des so genannten Chemnitzer Modells zugesichert. Damit können zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember sowohl die Regio-Shuttle zwischen St. Egidien und Stollberg als auch die Vario-Stadtbahnen zwischen Chemnitz und Stollberg anrollen. Mittelkürzungen oder Verzögerungen hätte Rasemann nach eigener Aussage auch nicht akzeptiert: Es könne nicht sein, dass neben den von der Jahrhundertflut bedrohten und vernichteten Existenzen noch weitere Firmen in die Pleite schlittern, nur weil Aufträge mit lange geplanten Bauprojekten nach dem Hochwasser zunächst auf der Strecke bleiben.
|