Artikel aus der Freien Presse vom 5. August 2002

Zu Weihnachten freie Fahrt für Stollberg-Bahn

Erste Testfahrten ab Oktober - 23 Millionen Euro Baukosten - Wünsche der Bürgerinitiative Harthau vorerst nicht berücksichtigt

Von Udo Lindner

Chemnitz/Stollberg. Woran nach den vielen Rückschlägen der zurück liegenden Jahre kaum noch einer glaubte, wird nun doch Wirklichkeit. Das vor zehn Jahren angeschobene „Pilotprojekt“ einer Straßenbahnverbindung zwischen dem Chemnitzer Hauptbahnhof und dem Stollberger Bahnhof, soll zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember endgültig umgesetzt sein.

Rund zwei Drittel der insgesamt 17 Kilometer langen Strecke zwischen Altchemnitz und dem Stollberger Bahnhof sind bereits für die neuen Variobahnen vorbereitet. Seit dem 22. Juli, so City-Bahn-Geschäftsführer Andreas Rasemann, läuft bereits die Aufstellung der Fahrleitungsmasten. Zudem wurden auf dem Abschnitt zwischen Niederdorf und Jahnsdorf drei Brücken saniert. Leichte Verzögerungen gibt es lediglich im Stollberger Bahnhof, wo derzeit Weichen eingebaut werden, die den besonderen Sicherheitsanforderungen der Variobahnen entsprechen. Derartige Weichen müssen außerdem am Haltepunkt in Pfaffenhain und am Bahnhof Neukirchen/Klaffenbach eingebaut werden.

Andreas Rasemann ist zuversichtlich, dass auch der letzte Streckenabschnitt zwischen Klaffenbach und Zwönitzbrücke rechtzeitig fertig gestellt wird, um im September mit der Errichtung der gesamten Sicherungstechnik entlang der Strecke beginnen zu können. Nach dem derzeitigen Zeitplan beginnen die Testfahrten für den regulären Zugbetrieb Ende Oktober/Anfang November. Bis dahin werden in die gesamte Strecke einschließlich der zehn Bahnhöfe und Haltepunkte zwischen Stollberg und Altchemnitz rund 23 Millionen Euro an Baukosten geflossen sein. Weitere 13 Millionen Mark kosteten die sechs Variobahnen aus Bautzen, die derzeit bereits auf dem Streckennetz der CVAG im Stadtgebiet Chemnitz gefahren werden.

Keine Zusage kann Andreas Rasemann derzeit allerdings der Harthauer Bürgerinitiative machen, die vor allem an der Friedrichstraße und am Wasserschloss Klaffenbach zusätzliche Haltepunkte fordert, da die CVAG mit dem Start der City-Bahn ihren Linienbus auf dieser Strecke einstellen will. „Die zusätzlichen Haltepunkte sind im damaligen Planfeststellungsverfahren nicht aufgenommen worden. Aus Zeit- und Kostengründen sind sie in das laufende Bauprojekt nicht mehr einzuordnen“, erklärt Andreas Rasemann. Als Ausweg schweben dem City-Bahn-Geschäftsführer zwei Vorschläge vor. Der Haltepunkt Friedrichstraße könnte im kommenden Jahr nachträglich errichtet werden. Vorschlag zwei: Der Bahnhof Klaffenbach/Neukirchen wird in die Stadttarifzone einbezogen, so dass Besucher des Wasserschlosses zum günstigen Tarif vom Stadtzentrum bis zum Bahnhof fahren können. Die 500 Meter bis zum Wasserschloss hält Andreas Rasemann für eine vertretbare Laufstrecke.

Die Linienführung der Citybahn von Chemnitz nach Stollberg. Quelle: Freie Presse - Tilo Steiner / City-Bahn

Die Linienführung der Citybahn von Chemnitz nach Stollberg. Quelle: Freie Presse - Tilo Steiner / City-Bahn

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