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Artikel aus dem Erzgebirgsblick vom Februar 2002
Rote Wirbler wirbeln schon Ab Jahresende mit der Variobahn nach Chemnitz - Elektrifizierung beginnt Stollberg/Chemnitz (JT). Respektlose Nörgelbrüder reden immer mal von einem roten Wirbelwind. Na ja, kann man sogar irgendwie verstehen, denn einen blauen hatte es ja auch schon mal gegeben, damals, als die City-Bahn anrückte und sie die „DB” zwischen Stollberg und Chemnitz ablöste. Heimlich, still und leise kutschierten einige Zeit nach den anfänglichen prachtvollen CB-Wägelchen jene aus den 50-er Jahren hin und zurück zwischen Mittel- und Oberzentrum. Immerhin: Die Fahrerei funktionierte zuverlässig und unfallfrei, wenn auch etwas schaukelnd. Derzeit gilt Schienenersatzverkehr. Nun aber steht der rote „Wirbelwind” gegen alle Nörgler ernsthaft in Aussicht und ab Dezember „unter Dampf”. Unter Dampf ist selbstverständlich nur eine Redewendung, denn die künftige City-Bahn wird eine elektrische sein, tatsächlich knallrot daherkommen und aussehen wie eine supermoderne Straßenbahn. Die Bezeichnung des Fachmannes lautet Variobahnen und es sind genau jene, die heute schon in Chemnitz auf den Gleisen der Linie 4 zwischen Goetheplatz und Hutholz pendeln. Wer einmal eine Probetour erledigen will, kann dies inzwischen tun, denn die „Varios” in Chemnitz fahren dort im Auftrag der CB-Gesellschaft zur Probe, damit sie dann ab Jahresende auf der Strecke nach Stollberg und zurück ihre Feuertaufe bereits hinter sich haben und es auf der Trasse flutscht von Anfang an. Die roten Wirbler wirbeln also schon. Der Unterschied zwischen Vario- und Straßenbahn ist, dass die Varios auf Eisenbahn- und Straßenbahngleisen verkehren können und die Straßenbahnen eben nur auf denen für sie vorgesehenen. Das hat vor allem mit anderer Sicherungstechnik, Funksystemen, die jenen der Eisenbahn gleichen und speziellen Radreifenprofilen zu tun Der eigentliche Vorteil der Projektes ist, dass die CB-Fahrgäste ab Altchemnitz die schon existierenden Straßenbahnhaltestellen in Chemnitz nutzen können und niemand erst bis zum Hauptbahnhof muss, um dann evtl. wieder zurück zu kutschen, falls ein anderes Ziel angestrebt ist. Manches Umsteigen entfällt also. Bequemer wird's sowieso. Wer am Dezember-Termin zweifelt, kann bei City-Bahn-Geschäftsführer Jens Meiwald Optimismus tanken. „Die Elektrifizierung dauert ein halbes Jahr. Länger nicht. Wir liegen im Plan”, versichert er und kalkuliert sogar die eine oder andere Schwierigkeit ein, die nicht vorhergesehen werden kann. Derzeit liegen die unmittelbaren Vorbereitungsarbeiten für die Elektrifizierung an. Diese schließen auch noch einige Gleisbettarbeiten ein. Zum Beispiel muss der Schotter noch einmal gereinigt werden. Die Fahrzeuge sind Produkte aus Bautzen, 31,38 Meter lang. Sie verfügen über 73 Sitz- sowie 124 Stehplätze. Logisch. dass sie niederflurig konstruiert sind mit einer Einstiegshöhe von null Zentimetern an der Bahnsteigkante. Vermutlich werden täglich 3000 Fahrgäste die Bahn nutzen. Man(n) darf sich freuen Frauen, Kinder, Schülerinen und Schüler. Studentinnen und Studenten selbstverständlich auch.
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