|
Artikel aus der Freien Presse vom 9. März 2001
Niederdorf: Problem Bahnübergänge weiter ungelöst City-Bahn-Vertreter informiert Niederdorfer Gemeinderat über Pilotprojekt - Betreiber wollen zwei Übergänge in der Kommune schließen
VON FRIEDEMANN BÄHR
Breiten Raum nahmen zur Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend im Bürgersaal die Ausführungen von Claus Propper ein. Der Senior Consultant der Hayek Engineering AG Zürich erläuterte als Vertreter der City-Bahn Chemnitz GmbH den aktuellen Stand des Pilotprojektes.
Nach den Worten von Propper werden auf dem zu elektrifizierenden 16,6 km langen Abschnitt zwischen Altchemnitz und Stollberg ab Ende 2002 moderne, modifizierte Variostraßenbahnen verkehren und dabei in den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt fahren. Die Planfeststellung für die Pilotstrecke, deren Gesamtinvestitionen 64,2 Millionen Mark (90 Prozent als Fördermittel) betragen, wurde laut Propper beim Regierungspräsidium Chemnitz beantragt. Wie der City-Bahn-Vertreter weiter ausführte, wird am Haltepunkt Niederdorf eine Verknüpfung mit dem Busverkehr der Grünen Linie durch einen kleinen Fußweg geschaffen, da am Haltepunkt selbst keine Wendemöglichkeiten für Busse vorhanden sind. Die Kosten dafür wurden mit 209.786 Mark veranschlagt. Der jetzige Bahnsteig wird beibehalten und abgesenkt, um ein problemloses Aus- und Einsteigen auch für Behinderte oder Eltern mit Kinderwagen zu ermöglichen. Gegenüber des Bahnsteigs entsteht ein neuer Parkplatz mit 20 Pkw - Stellflächen sowie Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Als ein weiter ungeklärtes Problem erwies sich die technische Sicherung und die damit anfallende Kos-tenaufteilung der vier Bahnübergänge, wobei sich die finanziellen Aufwendungen pro Bahnübergang auf rund 300.000 Mark belaufen, die gedrittelt werden (Citybahn, Bund als Bahneigentümer und Straßenbaulastträger bzw. Eigentümer der angrenzenden Flurstücke). Nach Auffassung der Citybahn sollten zwei Übergänge geschlossen werden. Propper führte aus, dass bei Inbetriebnahme des Pilotprojekts mit einer Auslastung von 50 bis 60 Prozent, bei Verkürzung der Fahrzeiten und Erweiterung des Angebotes, zu rechnen sei, wobei perspektivisch auch eine flexible Fahrplangestaltung möglich sei.
In der Diskussion dazu forderte Gemeinderat Steffen Dietrich eine detaillierte Kostenaufstellung und brachte die Erwartung zum Ausdruck, dass die genauen Kosten dem Gemeinderat vorgestellt werden.
|