Artikel aus der Freien Presse vom 17. Februar 2001

Deutsche Bahn gibt Regional-Strecke auf

Privatunternehmen will Zugverkehr zwischen St. Egidien und Stollberg übernehmen

VON LARS MÜLLER

Stollberg. Der Regionalbahn zwischen St. Egidien und Stollberg über Lichtenstein stehen offenbar turbulente Zeiten bevor. In den Zügen macht das Gerücht unter den Pendlern die Runde, auf der Strecke werde zum Fahrplanwechsel im Juni der Zugverkehr eingestellt.

Dem widersprachen am Donnerstag zwar Vertreter des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachen (VMS). Nach deren Aussage sei definitiv Personenverkehr zwischen St. Egidien und Stollberg auch im kommenden Fahrplanabschnitt bestellt worden. Allerdings könne es sein, dass Busse im Schienenersatzverkehr die Regionalzüge der Deutschen Bahn AG ersetzten, hieß es weiter. Eine Entscheidung darüber liege beim Betreiber der Strecke, der Deutschen Bahn.

Sachsens Bahnsprecherin Kerstin Eckstein bestätigte auf Anfrage, dass die Nebenbahn vor größeren Veränderungen stehe. So wolle die DB Regio voraussichtlich ihre eigenen Triebwagen nicht mehr auf diese Strecke schicken. Allerdings lägen zwei Übernahmeangebote für den Personenverkehr und teilweise die Schienenanlagen zwischen St. Egidien, dem Anschluss an die Sachsen-Franken-Magistrale, und der Bergstadt Stollberg vor. Wer diese beiden Bieter sind, wollte Eckstein jedoch nicht sagen.

Nach Informationen der „Freien Presse“ habe die Chemnitzer CityBahn, die zwischen Chemnitz und Stollberg aktiv ist, Interesse signalisiert. Bei dem anderen Unternehmen soll es sich um die Freiberger Eisenbahngesellschaft handeln, Tochter der Eurobahn, die seit Herbst den Zugverkehr zwischen Freiberg und Holzhau abwickelt. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Nachvollziehbar erscheint der Schienenersatzverkehr. In Vergleichsfällen wurde vor der Übernahme die Trasse von der DB Netz grundlegend saniert und vorübergehend gesperrt.

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